Was ist Kognitve Neurologie?

Kognitive Neurologie beschäftigt sich mit Störungen geistiger Leistungen wie zum Beispiel Sprache, Gedächtnis, Aufmerksamkeit und räumlicher Orientierung, die durch Erkrankungen des Gehirns hervorgerufen werden.
Oft wirken derartige Störungen in verschiedenen Bereichen des Begreifens, des Denkens und des Handelns aus, sodass sie mehr noch als Lähmungen die Teilhabefähigkeiten von Menschen nach Hirnschädigung beeinträchtigen. Sehr oft haben Hirnerkrankungen auch direkte Folgen auf das Verhalten des Betroffenen, sodass man auch von Kognitiver Neurologie und Verhaltensneurologie spricht.
Gemeinsam mit der Neuropsychologie, der Sparte der klinischen Psychologie, die sich von psychologischer Seite, mit diesen Aspekten von Hirnerkrankungen beschäftigt, versucht der kognitive Neurologe eine genaue Erfassung der jeweilig beeinträchtigten, aber auch der erhaltenen Funktionen zu erfassen, einerseits zur exakten Diagnosestellung, vor allem aber als Voraussetzung für gezielte Beratung und umfassende Therapieplanung.
Neben dem Gespräch mit dem Patienten und seinen Angehörigen und der Verhaltensbeobachtung verwendet er dazu auch Testverfahren und analysiert die Ergebnisse von Zusatzuntersuchungen, wie z.B. der Kernspintomographie oder des EEGs.
Die kognitive Neurologie ist in Österreich kein geschützter Begriff, es wurde jedoch schon vor vielen Jahren innerhalb der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie eine Arbeitsgemeinschaft Kognitive Neurologie gegründet, die ich gemeinsam mit Univ. Prof. Benke aus Innsbruck und meinem „Doktorvater“ Prof. Georg Goldenberg betreibe.